Allgemein kann man sagen, dass das japanische Bier nicht das allerbeste ist. Jedoch bin ich der Meinung, dass einige Sorten durchaus zum Trinken geeignet sind. In der letzten Zeit hat sich das Bier hier sehr verbessert, denke ich. Ganz im Gegensatz zu Deutschland aber es hier nicht ganz so billig. Da sind ca. 3,5 bis 4 Euro im Pub (400ml) ganz normal. Im Supermarkt kommt man aber auch nicht allzu billig weg, da in Japan die Steuer auf Alc. bzw Bier ziemlich hoch ist. Daher zahlt man auch im Supermarkt seine 300 Yen für ein gut schmeckendes Gesöff, was umgerechnet so 2 Euro sind. Kann man nichts machen, muss man hinnehmen, oder mehr Sake drinken, die macht sowieso schneller besoffen (nur für den, der´s wissen will ;)
Zu den bekannten Sorten hier zählen Kirin, Sapporo (bennannt nach der gleichnamigen Stadt auf Hokkaidô im Norden, Partnerstadt von München), Asahi, Suntory und Yebisu. Bei meiner Ankunft habe ich zwei überraschende Erfahrungen gemacht. Die erste ist, dass Suntory ein Bier auf die Beine gestellt hat, das meiner Meinung nach die meisten deutschen Biere im Geschmack noch übertrifft! Das Suntory Premium Malt´s schmeckt (im Pub gezapft, und nur dann!) wie eine Mischung aus Kellerbier und Hellem, ist gar nicht dünn und hat eine hervorragende Schaumkrone, die sehr an Guinness erinnert. Alles in allem eine supergelungene Aktion. Das sollte man sich schon mal nicht entgehen lassen!!

Die zweite Überraschung war, dass es den Japanern doch tatsächlich gelungen ist, eine neue deutsche Zapfkunst (ja! eine neue Zapfkunst, die in Deutschland erfunden worden ist und dort weit verbreitet scheint) bereits Jahre vor dem Zeitpunkt einzuführen, bevor die Deutschen sie jemals entdeckt haben! Ich find das super. Jetzt aber mal genauer. Als wir vor einigen Tagen in Shinjuku, dem Stadtteil in dem wir auch wohnen, zum Ausklang des Abends ein Bier trinken gingen, fiel uns eine kleine "Bierbar" namens "Kirin City" auf, die dem Namen nach natürlich auch nur Kirin Bier verkaufte. Unter anderem kann man dort die in Japan bekannten Sorten "Braumeister" und "Heartland" trinken. Es gibt dort auch ein Mix aus dunklem und hellem Bier. Ja! Das schmeckt genauso, wie es sich anhört... Das allerbeste aber ist, dass die neue Erfindung aus Deutschland besagt, dass das Bier 3 mal gezapft werden muss, bis es vor dem Kunden auf dem Tisch steht. Denn so schmeckts am besten! Ja?...... Nein! Durch diese Methode wartet man ca. 5 Minuten auf sein Bier, obwohl die Zapfmeister eigentlich gar keine anderen Bestellungen hatten. Denn der Schaum, der ja ganz wie in Deutschland extra schaumig ist, bildet sich dabei unglaublich langsam zurück. Was man dann davon hat? Nichts! Rein gar nichts! Man hat ein Glas. Zur Hälfte gefüllt mit Bier und zur Hälfte mit Schaum. Eine unglaublich unsinnige und unappetitliche Matscherei direkt vor den Augen des Kunden. Liebe Deutschen: Auch wenn´s das in Japan schon gibt, bevor Ihr es bei Euch eingeführt habt und auch wenn Ihr es erfunden habt: Lasst die Finger davon! ;) Aber mal echt. Das verkaufen die hier den Japanern als "deutsche Zapfkunst"! Kann sich das einer vorstellen? Wohlgemerkt gibt´s das Gott sei Dank aber nur in den "Kirin City"-Läden. Das normale Bier überall sonst schmeckt ganz normal gut. Die denken halt manchmal echt, die müssen hier alles verkaufen... Wenn das die japanischen Firmen schon versuchen, die eigentlich noch einen Sinn für Rücksicht gegenüber der Gesellschaft haben, dann möcht ich nicht wissen, wie in einigen Jahren die Chinesen den Markt aufräumen werden, die ja bekanntlich als viel härtere Kapitalisten zählen als der Rest der Welt (in Augen einiger Analysten).


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